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Satellitenbilder belegen: Sahelzone wird wieder grün

Sträucher, Bäume und Gräser erobern die Wüste zurück: Niederländische Forscher erkannten auf aktuellen Luftbildern von Burkina Faso erste Anzeichen für ein Wiederbegrünen der Sahara. Die Analyse von Satellitenaufnahmen bestätigten den Trend, dass die Vegetation in extrem trockenen Regionen entlang der Sahelzone signifikant zugenommen hat. Höhere Ernterträge und Holzbestände lockten bereits die ersten Menschen wieder in die ehemaligen Wüstengebiete zurück, berichtet das Magazin New Scientist.

Auf die „ziemlich spektakuläre Regeneration der Vegetation“ machte nun Chris Reij von der Freien Universität Amsterdam aufmerksam. Neben der Analyse der Luftbilder des Sahel-Staates Burkina Faso befragte Reij zusammen mit deutschen und amerikanischen Forschern die ansässigen Bauern nach ihren Ernteerträgen. Bis zu 70 Prozent mehr Hirse hätten sie in einer ehemals extrem dürren Provinz eingebracht. Die Wissenschaftler sind zuversichtlich, dass es sich nicht um einen kurzfristigen Trend handelt. So sei der langsame Rückgang der Sahara an ihrem südlichen Rand seit Mitte der 1980er Jahre nur bisher unbemerkt geblieben.

Satellitenaufnahmen von der Sahelzone quer über den afrikanischen Kontinent bestätigten die Entwicklung in Burkina Faso. Zudem sei auch im Tschad, Sudan und in Niger und Eritrea eine Zunahme der Vegetation zu beobachten, berichtet Andrew Warren vom University College London. Ein Grund könnte in den ergiebigeren Regenfällen seit den großen Dürreperioden in den 1970er und 1980er Jahren liegen. Dazu komme, dass die ansässigen Bauern mit internationaler Unterstützung bessere Methoden zum Wasserspeichern und Schutz des fruchtbaren Bodens angewandt hätten.

Die Schlüsseltechnik seien dabei Steinwälle, die die Bauern entlang von Böschungen aufbauten, meint Reij. Dadurch werde auch bei starken Regenfällen das Wasser festgehalten und könne fruchtbaren Boden nicht mehr wegschwemmen. „Auf Tausenden Hektar, die mit diesen Steinwällen geschützt wurden, wachsen heute Bäume. Vor 15 Jahren wuchs dort gar nichts“, sagt Reij.

Damit die aride Sahelzone weiter vor einer Verwüstung geschützt werden könne, müssten wieder mehr Menschen dort siedeln. Denn die Regeneration der Wüste stehe in engem Verbund mit Dörfern, in denen diese Schutzmaßnahmen angewendet werden, so Reij. Internationale Hilfsorganisationen steht hier noch eine große Aufgabe bevor. Denn trotz dieser hoffnungsvollen Entwicklung ist knapp die Hälfte des afrikanischen Kontinents akut von Wüstenbildung bedroht. Das größte Risiko trägt dabei die Sahelzone.

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Jan Oliver Löfken
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