Gerst ist gelandet - wissenschaft.de
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Gerst ist gelandet

Foto: imago/ITAR-TASS

Pünktlich zu Weihnachten: Nach 197 Tagen im All ist Alexander Gerst wieder zurück auf der Erde. Der ESA-Astronaut ist um 6:02 mitteleuropäischer Zeit am 20. Dezember 2018 in der Steppe Kasachstans gelandet. Mit an Bord der Sojus MS-09 waren die NASA-Astronautin Serena Aunon-Chancellor und der russische Kosmonaut Sergey Prokopjev. In derselben Kapsel war Gerst am 6. Juni 2018 an die ISS angedockt. „Horizons“ war nach der „Blue Dot“-Mission seine zweite Reise ins All.

Seine Ruhe hat Gerst nach der erfolgreichen Landung erstmal nicht. Am Abend seiner Ankunft trifft der 42-Jährige in Köln ein. Dort muss er sich zwei Wochen lang im raumfahrtmedizinische Forschungszentrum verschiedenen Untersuchungen unterziehen. Ein halbjähriger Aufenthalt im Weltraum wirkt sich auf den Körper aus: Wie funktionsfähig sind beispielsweise die Muskeln, nachdem sie in der Schwerelosigkeit nur während gezielten Trainings gefordert waren? Laut dem Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) werden außerdem Blut- und Speichelproben von Gerst entnommen. Damit wird untersucht, ob sich das Immunsystem des Astronauten verändert hat.

Videobotschaft an die Klimakonferenz in Katowice

3000 Mal hat Gerst die Erde umrundet und 200 Experimente mit seinen Kollegen durchgeführt. Wie schon bei seiner ersten Mission, hat Gerst unseren Planeten unzählige Male von oben abgelichtet. Wieder sind eindrucksvolle Aufnahmen entstanden, die Gerst auf seinem Twitter-Account geteilt hat. Die Fotos aus 400 Kilometern Höhe begeistern und erschüttern zugleich. Denn die Schönheit der Erde ist bedroht: Wir Menschen beuten sie aus, roden Wälder, holen fossile Brennstoffe aus der Tiefe. Der Klimawandel schreitet voran.

Zum Start der Weltklimakonferenz in Katowice sendete Gerst eine Videobotschaft – auch um seine Beobachtungen zu thematisieren. Damit erinnerte er die Teilnehmer der Konferenz, aber auch alle Menschen daran, dass sie Verantwortung übernehmen müssen. Gerst sagt im Video: „Diesen Sommer konnte ich sehen, wie braun und vertrocknet ganze Landstriche in Europa waren. Der Klimawandel hat sichtbare Folgen, vom All aus erkennen wir das mit bloßem Auge. Und es ist ganz klar von hier oben aus: Auf dieser kleinen blauen Kugel im schwarzen Weltraum ist alles endlich – einen Planeten B haben wir nicht!“

Die Raumfahrt ist laut Gerst ein Beispiel dafür, was nationenübergreifende Zusammenarbeit erreichen kann. Von der ISS teilte er mit mehreren „Live-Calls“ seine Erlebnisse mit der Öffentlichkeit und versuchte damit, insbesondere Kinder und Jugendliche zu erreichen und für seine Mission zu interessieren.

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Eindrücke von Alexander Gersts Mission 2018 (Video: DLR)

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