Loch im Permafrost - wissenschaft.de
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Loch im Permafrost

Eisloch
Eiskrater auf der russischen Yamal-Halbinsel. (Bild: Anton Sinitsky / Arctic Research Center of the Yamal-Nenets Autonomous District)

Dieses 20 Meter große Loch im gefrorenen Untergrund der russischen Arktis hat eine explosive Entstehungsgeschichte. Denn dieser Krater bildete sich, als unter Druck stehendes Methangas in einem heftigen Ausbruch aus dem Untergrund hervorbrach

Schon im Jahr 2014 sorgte ein verblüffendes Phänomen für Aufsehen: Auf der russischen Halbinsel Yamal wurde ein rund 40 Meter großer, tiefer Krater im Dauerfrostboden der Arktis entdeckt. Wie dieses Loch jedoch zustande gekommen war, blieb zunächst rätselhaft, denn keiner hatte seine Entstehung beobachtet.

„Arktische Krater sind ein seltenes Phänomen, dass meist in entlegenen Orten der Tundra auftritt, erklärt Evgeny Chuvilin vom Skoltech Zentrum für Kohlenwasserstoffforschung. „Fast alle diese Krater wurden erst entdeckt, nachdem sie schon entstanden waren. Zudem füllen sie sich innerhalb von ein bis zwei Jahren mit Wasser, wodurch sie schwer von normalen Thermokarst-Löchern der Arktis zu unterscheiden sind.“

Chuvilin und seine Kollegen vermuteten bereits, dass diese Krater möglicherweise durch Gasausbrüche gebildet wurden, denn wenn der Permafrostboden der Arktis auftaut, setzt er große Mengen diese Gases frei. Meist geschieht dies schleichend und weitgehend unbemerkt, aber es gibt auch Situationen, in denen der Gasaustritt zunächst blockiert ist, so dass sich das Methan unter immer höherem Druck im Untergrund sammelt. Irgendwann wird der Druck jedoch zu hoch und er kommt zu einer Gasexplosion, die Eis und Erde förmlich aus dem Untergrund heraussprengt.

Genau dieser Prozess könnte auch den 20 Meter großen Krater in dieser Aufnahme geschaffen haben, wie Chuvilin durch Isotopen-Analysen von Boden- und Eisproben ermittelten. Denn ein gegenüber der Oberfläche und Atmosphäre verringerte Anteil des Kohlenstoff-Isotops C13 verriet ihnen, dass hier Methan aus alten, tiefen Schichten ausgetreten war. Nach Ansicht der Forscher könnten solche Gasausbrüche in Zukunft häufiger auftreten – und für die Bewohner der Arktis und ihre Infrastruktur durchaus eine Gefahr darstellen.

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