
Damit wir Geräusche, Musik oder Sprache wahrnehmen können, müssen die durch Druckunterschiede gekennzeichneten Schallwellen in elektrische Nervensignale umgewandelt werden. Dies geschieht in der Hörschnecke. Ihre Innenwände sind mit einem dichten Besatz von Haarzellen überzogen, die sich beim Hindurchlaufen einer Schallwelle bewegen. Dieses Verbiegen der Haare löst an der Basis der Haarzellen einen Impuls aus, der von dem in ihr mündenden Nerv abgeleitet und ans Gehirn übertragen wird. Aus dem Konzert solcher Signale entsteht dann unser Höreindruck.
Sind die Haarzellen geschädigt oder fehlgebildet, kann dies Schwerhörigkeit oder auch Taubheit verursachen. Das Problem jedoch: Im Gegensatz zu ihren Gegenparts bei anderen Säugetieren könne sich die menschlichen Haarzellen nicht von selbst regenerieren oder nachwachsen. Sind sie einmal defekt, ist dies nicht mehr rückgängig zu machen – jedenfalls bisher. Doch es gibt Hoffnung: Mediziner an der Johns Hopkins University haben nun in der Mäuse-Cochlea zwei Proteine identifiziert, die bei diesen Tieren das Nachwachsen von Haarzellen steuern, das Activin A und das Follistatin. Gemeinsam sorgen diese beiden Gegenspieler dafür, dass die Haarzellen in der richtigen Anordnung wachsen.
“Forscher suchen schon lange nach den molekularen Signalen, die die Bildung der Haarzellen auslösen”, sagt Projektleiterin Angelika Doetzlhofer. “Wenn wir darüber mehr wissen, wird uns dies helfen herauszufinden, wie wir eines Tages geschädigte Haarzellen ersetzen können.”





