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Afrika zerbricht

Im Afar-Rift im Norden Äthiopiens zeigen sich deutliche Spalten im Boden. Foto: Derek Keir, National Oceanography Centre Southhampton

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Im Afar-Rift im Norden Äthiopiens zeigen sich deutliche Spalten im Boden. (Foto: Derek Keir, National Oceanography Centre Southhampton)

 
Dass Südamerika und Afrika einmal eine große Landmasse bildeten, lässt sich noch heute am Verlauf ihrer Küsten erkennen. Im östlichen Teil Afrikas ist nun ein neuer Riss entstanden. Das sogenannte Rifting, das Zerbrechen eines Kontinents, ist hier in vollem Gange.

Für Geologen hat das Schauspiel den Charakter eines riesigen Freilandlabors. Einer der fundamentalsten Prozesse ihres Fachgebiets lässt sich in Ostafrika beobachten: Entlang einer gedachten Linie von Äthiopien bis Mozambik ist ein Riss in der Landmasse entstanden, der sich in verschiedenen Stadien befindet. Am weitesten fortgeschritten ist die Entwicklung am sogenannten Afar-Dreieck, das im Nordosten Äthiopiens liegt und an den Golf von Aden grenzt. Die Erdkruste ist dort schon sehr dünn geworden,  ein großer Teil der Region liegt unterhalb des Meeresspiegels. Ursprünglich ist die tektonische Platte zwischen 150 und 250 Kilometern dick.

Das Rifting geht schneller als gedacht

Etwas weiter südlich in Kenia ist das Rifting weniger weit fortgeschritten, die tektonische Platte ist noch 90 Kilometer dick. Doch sind dort zahlreiche Vulkane zu sehen, die in diesem Stadium des Zerbrechens eine bedeutende Rolle spielen. Weiter südlich ist die Platte immerhin noch 140 Kilometer dick, aber auch an dieser Stelle öffnen sich bereits große Risse und Krater im Boden.

Neue Untersuchungen haben gezeigt: Der gesamte Rifting-Prozess in Afrika verläuft viel schneller als Geologen lange annahmen. Am deutlichsten zeigte sich das im Jahr 2005: Damals verschoben sich zwei Platten in der Erdkruste innerhalb weniger Tage um acht Meter.  Bis der ganze Kontinent auseinandergebrochen ist, dauert es zum Glück noch. Aber aufzuhalten ist der Prozess nicht, Stück für Stück reißt Afrika auseinander.

© wissenschaft.de – Henrike Wiemker
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