Unter den Phlegräischen Feldern bei Neapel liegt der größte aktive Supervulkan Europas. Vor gut 39.000 Jahren verursachte dieses Vulkangebiet den größten Vulkanausbruch unseres Kontinents, weitere größere Eruptionen folgten vor 29.000 und 15.000 Jahren. Heute zeugen Gasaustritte, wiederholte Schwachbeben und Hebungen des Untergrunds davon, dass der Supervulkan unter den Campi Flegrei noch immer aktiv ist. In den letzten Jahrzehnten nahm die Aktivität schon häufiger vorübergehend zu, ebbte nach wenigen Jahren aber wieder ab.

Ein Supervulkan erwacht
Doch das scheint nun anders: Seit 2005 ist der Supervulkan erneut ungewöhnlich aktiv – Tendenz steigend. Messungen zeigen einen verstärkten Ausstoß vulkanischer Gase, steigende Temperaturen und einen steigenden Gasdruck. „Der Untergrund hat sich seither um mehr als 1,60 Meter angehoben, begleitet von einer merklichen Intensivierung flacher Beben“, berichten Davide Zaccagnino vom Nationalen Vulkanologischen Institut in Rom und seine Kollegen. Geologische Daten legen zudem nahe, dass unter den Campi Flegrei magmatische Fluide aus der Tiefe aufsteigen.
Diese Beobachtungen legen nahe, dass sich unter den Phlegräischen Feldern etwas anbahnt – und dies mit zunehmendem Tempo. „Sowohl die Untergrund-Deformation als auch die Seismizität zeigt eine deutliche und persistente Beschleunigung“, so die Vulkanologen. Doch ob dies eine Eruption ankündigt oder nur eine vorübergehende Unruhephase, ist offen. Daher sei es wichtig, genauer zu ermitteln, welche Form diese Beschleunigung habe, erklären sie. Denn dies könne Hinweise auf die weitere Entwicklung und ihre Ursachen geben.
Exponentiell oder superexponentiell?
Für ihre Analyse haben Zaccagnino und sein Team daher untersucht, welcher physikalisch-mathematischen Funktion die beschleunigte Aktivität des Supervulkans folgt. Denkbar wären zwei Varianten: Bei einer exponentiellen Beschleunigung verstärkt sich die Aktivität der Campi Flegrei mit einer festen Wachstumsrate. „Ein solches Verhalten signalisiert bereits ein instabiles und nicht nachhaltiges Regime“, erklären die Forschenden. An ihm ist aber nicht ablesbar, wann die Lage kippt.






