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Mikronährstoffe: Kleinstbausteine mit großer Wirkung

Lebertrankapseln und Vitamintabletten
Wer sich einer Mikronährstofftherapie unterziehen will, konsumiert nicht etwa ein Übermaß an Mikronährstoffen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln. Vielmehr geht es darum, gezielt die Konzentration der Mikronährstoffe im Körper auszutarieren. (Foto: pixabay.com, PeterFranz (CC0))
Mikronährstoffe sind nicht etwa die Gefährten bekannter Nährstoffe im Miniaturformat. Mikronährstoffe sind die Grundlage einer ganz eigenen, medizinischen Richtung. Die sogenannte Mikronährstoffmedizin verbirgt sich dahinter. Es geht also um die kleinen Dinge, die medizinisch eingesetzt werden. Vor diesem Hintergrund wird die Mikronährstoffmedizin auch als Orthomolekularmedizin bezeichnet. Kleinste Bausteine – große Wirkung.

Makro- vs. Mikronährstoff. Das ist der Unterschied

Dass Nährstoffe wichtig sind, um ein gesundes und aktives Leben zu führen, ist jedem klar. Weniger prominent ist hingegen die Unterscheidung in Makro- und Mikronährstoffe.

  • Makronährstoffe sind die Grundbausteine der meisten Lebensmittel: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiß. Diese Bausteine werden konsumiert und sind das Basismaterial des menschlichen Körpers. Makronährstoffe liefern Energie.
  • Mikronährstoffe sind nicht minder wichtig, obwohl sie keine Energie liefern. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind die wohl bekanntesten Mikronährstoffe, die den Stoffwechsel aufrechterhalten, das Wachstum und die Energieproduktion positiv beeinflussen. Zu den wichtigsten Akteuren in der Gruppe der Spurenelemente und Mineralstoffe zählen Magnesium, Calcium, Kalium, Zink, Kupfer, Eisen, Selen und Jod. Die Vitamine A, B1, B2, B6, C, D, E sowie Beta-Carotin, Folsäure, Niacin und das Coenzym Q10 sind die Protagonisten in der Riege der Vitamine.

Die Konzentration ist ausschlaggebend

In die Kategorie der Mikronährstoffe fallen also alte Bekannte aus der Ernährungswissenschaft: Enzyme, Mineralstoffe, Vitamine, Fettsäuren, Aminosäuren und Pflanzenstoffe. Neu ist, dass bei der Mikronährstoffmedizin auch klassische Lebensmittelbausteine eine Rolle spielen, beispielsweise Eiweiß und Kohlenhydrate. Auch Hormone werden in der Lehre der kleinsten Nährstoffbauteile mit einer Funktion belegt.

Der Ansatz der Mikronährstoffmedizin liegt darin, präventiv die Gesundheit zu erhalten und Erkrankungen vorzubeugen, indem die Konzentration der Mikronährstoffe im Körper verändert wird. Es geht also um das wissenschaftlich fundierte Nachjustieren von Konzentrationen im Körper und in der Lebensmittelzufuhr. Ernährungsbedingten Erkrankungen soll so vorgebeugt werden. Zudem hat die Mikronährstofftherapie einen positiven Einfluss auf die Gesundheit, die Leistungsfähigkeit und die Vitalität eines Menschen.

Eine einheitliche Regelung darüber, welcher Nährstoffcocktail für den Einzelnen gut ist, gibt es nicht – trotz regelmäßig aktualisierter Ernährungsempfehlungen, die von Seiten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ausgesprochen werden. Wie viele Nährstoffe bzw. Mikronährstoffe notwendig sind, um dem präventiven Ansatz Rechnung zu tragen, hängt von der individuellen Anamnese ab, von etwaigen Krankheiten sowie von den Genen.

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Mikronährstoffmedizin. Stärken und Grenzen

Dass eine suboptimale Ernährung Krankheiten bedingen kann, ist längst kein Geheimnis mehr. Entsprechend positiv kann der ursächliche Ansatz der Mikronährstoffmedizin auch bewertet werden. Neben der Linderung der Ursachen können Mikronährstoffe auch eine aktive Rolle übernehmen, beispielsweise um Entzündungen im Körper aktiv zu bekämpfen. Wer eine Feinabstimmung wichtiger Nährstoffe vornimmt, erspart sich so häufig die Einnahme von Medikamenten und setzt seinen Körper nicht den Nebenwirkungen aus, die reguläre Arzneimittel häufig mit sich bringen. Die Freiheit von Nebenwirkungen ist eine weitere Stärke der Mikronährstofftherapie.

Die Grenzen der Therapieform liegen im Verständnis für die Wirkung der Mikronährstoffe sowie deren Dosierung. Ein Übermaß zu konsumieren, ist dabei der falsche Weg. Stattdessen muss die Dosierung so erfolgen, dass der Körper dabei unterstützt wird, sich selbst ideal auszutarieren. So kann auch dem Teufelskreis entkommen werden, dass die medikamentöse Behandlung chronischer Erkrankungen die Nährstoffversorgung verschlechtert und dieser Zustand in der klassischen Medizin erneut mit Arzneimitteln bekämpft wird.

In weiten Teilen kann die Mikronährstofftherapie damit als nachhaltige Therapieform bezeichnet werden. Zur präventiven Komponente rücken die wirksame Therapie von bestehenden

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Krankheiten sowie die Reduktion der eingenommenen Medikamente. Langfristig ist es sogar denkbar, Therapien und Operationen überflüssig zu machen.

Möglich ist der Einsatz der Mikronähstofftherapie nur dann, wenn ein-eindeutig diagnostiziert ist, um welche Diagnose bzw. Krankheit es sich handelt. Einen Mikronährstoffcocktail zusammenzustellen, ist in weiten Teilen in Eigenregie möglich. Entsprechend wichtiges Backgroundwissen hält der VitaminDoctor online vor. Dabei wird auch klar: Für die Erstdiagnose ist medizinisches Fachpersonal von Nöten. Für das Arrangement der Mikronährstoff-Sets braucht es hingegen vor allem gut recherchiertes Expertenwissen.

In diesen Einsatzbereichen ist die Mikronährstofftherapie denkbar

Welche Chancen sich hinter der Mikronähstofftherapie verbergen, ist in zahlreichen Studien dokumentiert. Das Deutsche Institut für Mikronährstoffmedizin hat diese Themenbereiche online zusammengetragen. Bei diesen Diagnosen und Krankheitsbildern kann die Mikronährstofftherapie ein denkbarer Ansatz sein:

  • bei ADHS
  • bei Belastungen aufgrund der Luftverschmutzung
  • bei der Augenerkrankung „grauer Star
  • bei der mentalen Überlastung junger Frauen
  • bei einem kardio-vaskulären Risiko
  • bei Gedächtnisschwund und Depressionen
  • beim Muskelabbau der älteren Generation
  • beim Sterblichkeitsrisiko
  • beim Tumorwachstum (bei Prostatakrebs)
  • mit Blick auf einen gesunden Blutdruck

24.09.2018

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