Während in vermögenden Ländern wie Schweden oder Kanada Krebs die häufigste Todesursache bei Menschen in der untersuchten Altersgruppe war, starben in ärmeren Ländern wie Polen oder der Türkei 2,5 Mal so viele Menschen an Herz-Kreislauferkrankungen als in reichen Ländern. Das Paradoxe: In Industrienationen gibt es weit mehr Risikofaktoren, die die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen begünstigen. Dazu gehören unter anderem Übergewicht, Rauchen sowie zu wenig Bewegung.
Im Umkehrschluss ist allerdings auch die Gesundheitsversorgung in vermögenden Regionen deutlich besser als in ärmeren. Wer erkrankt, wird also besser medizinisch versorgt und behandelt. Dieser Wandel dürfte den Forschern zufolge dazu führen, dass in einigen Jahrzehnten nicht mehr Herz-Kreislauferkrankungen, sondern Krebs die häufigste Todesursache ist.

Todesfälle durch Herz-Kreislauferkrankungen gehen zurück
In Deutschland ist zwar eine ähnliche Tendenz erkennbar, aber noch sind hierzulande Herz-Kreislauferkrankungen die häufigste Todesursache: 2017 starben rund 345.000 Menschen an Herz-Kreislauferkrankungen, mit etwa 230.000 ist die Anzahl der Todesfälle durch Krebs deutlich geringer.
Nichtsdestoweniger ist die Zahl der Menschen, die in Deutschland aufgrund von Herz-Kreislauferkrankungen gestorben sind, in den letzten Jahren und Jahrzehnten deutlich gesunken. Zum einen liegt das an der Optimierung der ambulanten und stationären medizinischen Versorgung bei Herzerkrankungen, zum anderen an neuen therapeutischen Verfahren zur Behandlung.
Das wirkt sich auch auf die steigende Lebenserwartung aus: Für neugeborene Jungen beträgt diese aktuell 78,5 Jahre, für Mädchen 83,3 Jahre. Experten führen das steigende Alter auf die bessere medizinische Versorgung von Herz-Kreislauferkrankungen zurück.
Sich mit dem Ernstfall auseinandersetzen
Auch Prävention nimmt eine wichtige Rolle in der Bekämpfung von Herz-Kreislauferkrankungen ein, denn vor allem ein westlicher Lebensstil begünstigt die Entstehung von Herzkrankheiten. Es gibt Lebensmittel im Überfluss, der Konsum von Zigaretten und Alkohol ist Teil des gesellschaftlichen Lebens und viele Menschen arbeiten im Sitzen. Dadurch steigt nicht nur die Anzahl der Übergewichtigen, sondern auch Volkskrankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck sind auf dem Vormarsch.






