Die Evolution würfelt - wissenschaft.de
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Die Evolution würfelt

Der Werkzeugkasten der Evolution scheint mit Mutation und Selektion recht überschaubar. Dennoch präsentiert sich die Produktpalette des Lebens äußerst vielfältig. Das reicht vom Bakterium bis zum Mammutbaum und von der Blattlaus bis zum Menschen. Trotz aller Unterschiede wiederholen sich bei der Entstehung der Lebewesen bestimmte Prozesse. Ergebnisse einzelner Entwicklungen lassen sich daher in einem gewissen Umfang
vorhersagen.

So ist das Linsenauge beim Tintenfisch ähnlich aufgebaut wie bei Fischen, Vögeln, Reptilien oder Säugetieren. Dabei sind Tintenfische mit diesen Wirbeltieren nicht verwandt, sondern gehören zu den Weichtieren (Mollusken) wie Schnecken oder Muscheln. Tatsächlich hat sich das Linsenauge zweimal unabhängig voneinander entwickelt. Ähnlich ist es beim pflanzlichen Wirkstoff Koffein: Gleich mehrere Pflanzenfamilien haben ihn entdeckt und schützen damit ihre Blätter und Samen vor tierischen Schädlingen. Tee, Kaffee und Kakao enthalten genau die gleiche Substanz, obwohl sie nicht verwandt sind. Jonathan B. Losos folgert daraus: Die Evolution beschreitet immer wieder ähnliche Wege und findet dabei mit den Mitteln Mutation und Selektion oft bereits bekannte Lösungen.

Auf der Suche nach den Mechanismen der Evolution ist der Biologe um die ganze Welt gereist. Stets beschäftigen ihn Fragen, die eigentlich in seinem Forschungsalltag keine Rolle spielen: Was wäre zum Beispiel, wenn die riesigen Dinosaurier des Jura überlebt hätten? Dann wäre womöglich der Siegeszug der Säugetiere ausgeblieben. Und die folgenreiche Herrschaft der Menschen über den Planeten hätte nie stattgefunden. Stattdessen hätten sich vielleicht einige Dinosaurier zu menschenähnlichen „Dinosauriden“ entwickelt und würden mit zwei Händen und großem Gehirn die Erde dominieren. So hätte es kommen können – oder auch ganz anders.

Losos beschreibt klug und unterhaltsam die aktuellen Diskussionen rund um die Entstehung des Lebens – für alle, die es etwas genauer wissen wollen. Für Determinismus ist dabei kein Platz. Nichts ist vorbestimmt. Die Entwicklung des Schnabeltiers als eierlegendes Säugetier mit einem Entenschnabel und dem Fell eines Otters hätte kein Biologe erahnen können. Und so war auch die Entstehung des Menschen nicht vorhersehbar. Ein Glücksfall wie das Schnabeltier – und wie dieses Buch.

Jonathan B. Losos
Glücksfall Mensch
Carl Hanser, 384 S., € 26,–
ISBN 978–3–446–25842–6
E-Book für € 19,99, ISBN 978–3–446–25978–2

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Wissenschaftslexikon

Pro|phy|lak|ti|kum  〈n.; –s, –ti|ka; Pharm.〉 vorbeugendes Mittel [<lat. prophylacticum; ... mehr

Pe|ri|o|de  〈f. 19〉 1 Zeitabschnitt (Hitze~, Legislatur~, Schaffens~) 2 〈Phys.〉 Zeit, die vergeht, bis eine Schwingung wieder ihren Ausgangspunkt erreicht hat, Schwingungszeit ... mehr

Fich|ten|spar|gel  〈m. 5; Bot.〉 zu den Wintergrüngewächsen gehörender, in Symbiose mit Pilzfäden lebender Saprophyt mit bleichgelben, zerbrechl. Sprossen, die mit gelblichen Schuppen bedeckt sind: Monotropa hypopitys

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