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Elektrosmog – die unsichtbare Gefahr

Funkmast mit Antennen
Von Mobilfunkmasten, Hochspannungsleitungen aber auch von vielen Geräten im eigenen Zuhause geht eine unsichtbare Gefahr aus. Elektrosmog kann zu erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. (Bild: pixabay.com, PIX1861)

WLAN, Computer, Mobilfunknetze und auch Hochspannungsleitungen erzeugen eine unsichtbare Strahlung, den sogenannten Elektrosmog. Diese elektromagnetische Strahlung aus den verschiedensten Quellen ist einfach überall. Einige elektrische Felder gibt es auch in der Natur, wie sie leicht während eines Gewitters zu beobachten sind. Die Erde ist von einem statischen Magnetfeld umgeben. Elektrosmog hat mit diesen Naturphänomenen allerdings wenig gemeinsam. Die vom Menschen erzeugten Strahlungsfelder unterscheiden sich sowohl in der Art wie auch in der Frequenz. Die Strahlenbelastung ist umso höher, wenn sich viele Leitungen und technische Geräte in der Nähe befinden. Elektrosmog ist eigentlich ein Kunstwort, das sich aus „Elektro“, „smoke“ und „fog“, also Rauch und Nebel, zusammensetzt. Es lässt sich als unsichtbarer, elektrischer Nebel übersetzen. Dabei gibt es elektrische und magnetische Felder, die sich in Reichweite und den physikalischen Eigenschaften unterscheiden. Sie haben unterschiedliche Auswirkungen auf den Menschen.

Was unsichtbar ist, ist dennoch messbar

Jeder ist tagtäglich elektromagnetischen Strahlungen ausgesetzt: zu Hause, in der Arbeit, im Restaurant, im Bus, überall. Erste Symptome können Kopfschmerzen und Müdigkeit sein. Kommen noch weitere Beschwerden, wie unruhiger Schlaf, hinzu, ist es an der Zeit, die Quellen für die Strahlung zu suchen. Denn sie beeinflusst die Zellen im gesamten Körper. Schlimmstenfalls können dadurch Tumore entstehen. Viele unterschätzen diese Gefahr.

Damit es nicht zu ernsthaften Erkrankungen kommt, ist es notwendig, die Ursachen zu finden und die Strahlenbelastung zu messen. Einfache, handelsübliche Geräte sind häufig die Quelle, wie Radiowecker, Babyfon, Smartphone, Mehrfachsteckdosen, Infrarotheizung, schnurlose Telefone, WLAN-Hotspot und -Router oder das Smart-TV. Um die kaum wahrnehmbare Strahlenbelastung messen zu können, sind spezielle Messgeräte erforderlich, wie sie beispielweise die IBES-Stiftung – Leben ohne Elektrosmog empfiehlt.

Sie helfen dabei, unerkannte Probleme aufzudecken und tragen zu mehr Lebensqualität bei. Wer sich ein eigenes Gerät anschafft, hat zwar zunächst Kosten, aber einmalig. Die Alternative für die Messung wäre die Beauftragung eines Baubiologen, der alleine für die Anfahrt schon Geld verlangt. Mit dem Messgerät lassen sich neu gekaufte Elektrogeräte prüfen, ob sie viel Strahlung aussenden. Mit einem eigenen Gerät kann jeder in seiner Wohnung herausfinden, welcher Raum die geringste Strahlenbelastung hat und damit am besten als Schlafzimmer geeignet ist.

Welche Auswirkungen spüren die Menschen?

Die verschiedenen elektromagnetischen Felder haben verschiedene physikalische Eigenschaften. Das hat zur Folge, dass jedes Feld den Menschen anders beeinflusst. Die Auswirkungen sind noch lange nicht alle bekannt und ausreichend erforscht. Doch einige Punkte lassen sich schon heute mit Sicherheit sagen.

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Die niederfrequenten Felder beeinflussen den menschlichen Organismus. Sinnes-, Muskel- und Nervenzellen verändern sich. Bis zu einem bestimmten Schwellenwert ist der Organismus tolerant gegenüber der Strahlung. Zu hohe Werte, die über bestimmten Grenzwerten liegen, können Körperfunktionen stören. Hochfrequente Felder erzeugen Wärme im Körper, die zu Gewebeschäden führen, wenn sie eine gewisse Strahlungsintensität überschreiten. Diese Erkenntnisse haben dazu geführt, dass es mittlerweile Grenzwerte für Elektrosmog gibt.

Doch Erkenntnisse, welche Spätfolgen selbst bei Einhaltung der Grenzwerte auftreten können, gibt es bislang noch nicht. Nicht alle Menschen reagieren gleich auf die Strahlung, einige sind wesentlich empfindlicher als andere und haben dann auch stärkere Beschwerden, wie Kopfschmerzen, neurodegenerative Erkrankungen, Konzentrationsstörungen, Erschöpfung, Schlafprobleme, Müdigkeit oder auch Krebs.

Wie sich Elektrosmog auf Kinder, deren Wachstum und die Entwicklung der Nervenzellen auswirkt, ist ebenfalls noch nicht hinreichend untersucht. Insbesondere die Langzeitfolgen sind noch nicht erforscht.

Elektrosensibilität – manche spüren es stärker

Es gibt Menschen, die von sich sagen, dass sie die Strahlung richtiggehend fühlen können. Das Phänomen nennt sich Elektrosensibilität. Wer Elektrosensitivität hat, reagiert besonders stark auf die Strahlenbelastung, ohne sie zwingend tatsächlich wahrnehmen zu müssen. Bei der Elektrohypersensitivität leiden die Betroffenen körperlich unter den Strahlungsfeldern und es kommt zu einem richtigen Krankheitsverlauf.

So können beispielsweise auch grippeähnliche Symptome auftreten, oder es kommt zu chronischer Erschöpfung und Energiemangel. Am Anfang kommt es eher selten zu Symptomen. Mit der Zeit intensivieren sie sich dann. Manche Menschen nehmen die Strahlung nicht wahr, können aber dennoch unter unerklärlichen Symptomen leiden. Es gibt Informationsportale, die umfassend über Elektrosmog informieren und die Bevölkerung sensibilisieren und aufklären.

Vor Elektrosmog schützen – was jeder tun kann

Elektromagnetische Felder und Anlagen im eigenen Haushalt haben viel größere Auswirkungen auf das Wohlbefinden als die weiter entfernt stehende Mobilfunkanlage. Wer seine eigene Strahlenbelastung verringern möchte, fängt also am besten bei sich zu Hause an. Zunächst gilt es, die Quellen ausfindig zu machen. Die folgenden Tipps helfen, die Strahlenbelastung zu reduzieren:

  • Ein Headset sorgt für mehr Abstand zur Quelle der Strahlung. Damit verringert sich die Belastung.
  • Datenverkehr im Hintergrund unterbinden. Viele haben an ihrem Smartphone oder dem Computer den Datenverkehr im Hintergrund eingeschaltet, der ständig die E-Mails checkt oder prüft, ob es für Programme oder Applikationen Updates gibt. Dies sollte nur gezielt passieren. E-Mails lassen sich bei Bedarf abrufen und Updates gezielt suchen.
  • Bei gutem Empfang ist die Strahlenbelastung geringer. Also immer abwarten, bis unterwegs der Empfang gut ist, dann ist die Belastung beim Surfen, Telefonieren oder Checken der E-Mails geringer.
  • Geräte, die gerade nicht benutzt werden, sollten ausgeschaltet sein.
  • Hochspannungsleitungen mit großem Abstand betrachten. Beim Kaufen oder Mieten einer neuen Wohnung sollte die nächste Bahnanlage oder Hochspannungsleitung möglichst weit weg sein.
  • Elektroinstallationen fachgerecht durchführen, dann führt sie nur zu einer schwachen Belastung. Fachleute planen Ruhezonen ein und verlegen Kabel auf dem kürzesten Weg. Mit einem Netzfreischalter lässt sich in älteren Gebäuden die Strahlung reduzieren.

Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.) hat noch viele weitere Tipps parat.

Im Schlafzimmer besonders gefährlich

Schlechter Schlaf und unruhige Nächte lassen sich häufig auf Elektrosmog im Schlafzimmer zurückführen. Liegt das Smartphone beispielsweise auf dem Nachttisch und befindet sich ein WLAN-Hotspot in der Nähe, entsteht eine hohe Strahlung im Schlafzimmer. Häufig befindet sich dort auch ein Smart-TV oder ein anderer Fernseher, die sogar im abgeschalteten Zustand noch eine hohe Strahlung verursachen. Das gilt auch beispielsweise für Alexa oder andere smarte Haushaltsgeräte, die mit WLAN oder Bluetooth kommunizieren. Sie alle tragen zu einer höheren Strahlenbelastung bei. Die Reduzierung der omnipräsenten Strahlung ist für alle ein Vorteil. Menschen werden wieder leistungsfähiger und bekommen ihre Vitalität zurück.

19.09.2019

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