Adrenalin – das Action-Hormon - wissenschaft.de
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Adrenalin – das Action-Hormon

Adrenalin
Adrenalin zählt zu den sogenannten Stresshormonen. (Foto: bigstockphoto.com, RedlineVector)
Jeder, der schon mal Achterbahn gefahren ist, kennt das Gefühl von Adrenalin im Körper. Es wird in nervenaufreibenden, aufregenden Situationen ausgeschüttet und wird auch als Stresshormon bezeichnet.

Während Adrenalin beim Achterbahnfahren als positiv wahrgenommen wird und der Adrenalinkick bewusst gesucht wird, ist es ursprünglich als Hormon gedacht, das in Gefahrensituationen zu Höchstleistungen anspornen soll. Der Auslöser für die Ausschüttung von Adrenalin im Gehirn ist der Hypothalamus. Er sendet bei Verdacht auf Gefahr das Signal an die Nebenniere Adrenalin auszuschütten und den Körper für die drohende Gefahr bestmöglich vorzubereiten.

So ermöglicht das Freisetzen von Adrenalin dem Körper einen schnellen Zugriff auf die in diesem moment nötigen Reserven, da unter Stress der Energiebedarf besonders hoch ist. Dabei wird ein Enzym aktiviert, das Fett in Fettsäuren umwandelt. Diese sind essentiell für die Energiegewinnung.

So wirkt Adrenalin

Adrenalin ist ein körpereigenes Hormon, das in der Nebenniere produziert wird. Durch Adrenalin wird die Sauerstoffversorgung des Organismus kurzfristig erhöht und mehr Sauerstoff erreicht die Zellen. Die Bronchien weiten sich, die Herzfrequenz wird erhöht und der Blutzuckerspiegel steigt, da die Leberzellen durch die Adrenalinausschüttung mehr Glukose freisetzen. Die Leistungsfähigkeit wird kurzzeitig erhöht und der Körper kann in einer Gefahrensituation oder im Notfall schneller reagieren.

Körperfunktionen, die für den Moment nicht überlebensnotwendig sind, werden heruntergefahren. So wird beispielsweise die natürliche Darmbewegung verlangsamt.

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Die Ausschüttung von Adrenalin kann als positiv wahrgenommen werden und wird daher auch von vielen Menschen immer wieder bewusst gesucht. Ob Extremsport, rasantes Autofahren oder der Kick von Jackpotspielen wie Mega Moolah im Online Casino: das positive Gefühl bei all diesen Aktivitäten wird durch die Ausschüttung von Adrenalin ausgelöst.

Fällt der Adrenalin-Spiegel im Körper wieder ab, da die aufregende Situation oder die Gefahr vorüber ist, macht sich in der Regel Erschöpfung breit. Der Köper stand für kurze Zeit unter extremer Anspannung und lässt diese dann nach, dominiert Müdigkeit.

In diesen Situationen schüttet der Körper Adrenalin aus:

  • körperlichen oder seelische Belastung.
  • extrem niedriger Blutzuckerspiegel.
  • Bei einer Infektion.
  • Bei einer schweren Verletzung. Adrenalin reduziert die Schmerzwahrnehmung und verengt die verletzten Gefäße, um den Blutverlust zu reduzieren.

Auch der Konsum gewisser Lebensmittel kann den Adrenalinspiegel im Körper ansteigen lassen. Dazu zählen folgende Nahrungsmittel:

  • Bananen
  • Kaffee
  • Schokolade
  • Tee (wenn aufputschende Stoffe enthalten sind)
  • Alkohol
Strukturformel des Adrenalins
Adrenalin sorgt dafür, dass der Organismus Energiereserven mobilisiert und dadurch innerhalb kürzester Zeit leistungsfähiger wird. (Foto: bigstockphoto.com, Zerbor)

Besonders für Sportler ist Adrenalin von großer Bedeutung. Gerade beim Extremsport wird viel Adrenalin ausgeschüttet, der von den Sportlern aber häufig als angenehm wahrgenommen wird. Sie suchen diesen Kick dann immer wieder und begeben sich in immer neue gefährliche Situationen. Typische Extremsportarten sind Bungeejumping, Paragliding, Fallschirmspringen, Kite-Surfing oder Rafting. Sportler beschreiben diesen Kick als eine Art Rausch und zunächst angenehmen Klang, kann süchtig machen und dazu führen, dass immer neue Extremsituationen gesucht werden. Die immer wiederkehrende hohe Ausschüttung von Adrenalin ist aber nicht gesund.

Adrenalin kann dem Körper schaden

Wird über einen zu langen Zeitraum oder zu häufig Adrenalin im Körper ausgeschüttet, kann für das Herz-Kreislauf-System schädlich sein. Der Blutdruck ist unter Adrenalin-Ausstoß dauerhaft erhöht, ebenso der Blutzuckerspiegel. Wer viel Stress hat schadet sich also nicht nur mental, sondern auch körperlich. Zu den typischen Symptomen eines dauerhaft erhöhten Adrenalin-Spiegels zählen folgende:

  • Herzrasen
  • Schweißausbrüche
  • Innere Unruhe
  • Kopfschmerzen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Engegefühl in der Brust
  • Schwitzen
  • Muskelzittern
  • Blässe
  • Gewichtsabnahme
  • Niedriger Magnesium- und Kalium-Spiegel

Um den Adrenalinspiegel im Blut wieder zu senken ist es wichtig, regelmäßig bewusste Pausen einzulegen und den Fokus gezielt auf Entspannung zu setzen. Andernfalls können ernsthafte gesundheitliche Schäden die Folge sein.

Der Einsatz von Adrenalin in der Medizin

Die aufputschende Wirkung des Adrenalins wird in der Medizin genutzt und kommt häufig bei Wiederbelebungen zum Einsatz. Auch infolge eines Kreislaufschocks wird künstlich hergestelltes Adrenalin, das als Epinephrin bezeichnet wird, eingesetzt. In Nasenspray ist beispielsweise Epinephrin enthalten, da es die Gefäße verengt und somit die Nase am Fließen hindert. Auch die Atemwege werden durch Epinephrin freier, weshalb dieses auch bei akuten Asthmaanfällen zum Einsatz kommt.

Je nach Einsatzgebiet des künstlichen Adrenalins in der Medizin muss auf verschiedene Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten geachtet werden. Blutdrucksenkende Mittel und Mittel gegen Diabetes können in Kombination mit Adrenalin beziehungsweise Epinephrin dem Körper schaden. Werden gleichzeitig Antidepressiva oder L-Thyroxin (ein bei Schilddrüsenfehlfunktionen häufig eingesetztes Hormon) eingenommen, kann die Wirkung des Adrenalins gefährlich verstärkt werden.

13.12.2018

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