Die Psyche des Oktopus - wissenschaft.de
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Bücher

Die Psyche des Oktopus

Wissensbuch des Jahres 2018 in der Kategorie Unterhaltung

Spätestens als Krake Paul so erfolgreich die Ergebnisse der Fußball-WM 2010 voraussagte, wuchs das Interesse an den achtarmigen Meerestieren und an dem, was in ihnen vorgeht. Wer tiefer in das Seelenleben dieser Wesen eintauchen will, bekommt mit Sy Montgomerys Buch „Rendezvous mit einem Oktopus“ guten Lesestoff. Die amerikanische Sachbuchautorin schildert mit Empathie und Poesie ihre Reise zu den faszinierenden Wirbellosen, die über drei Herzen verfügen, einen giftigen Schnabel und acht kräftige Arme. Die Autorin ist schwer beeindruckt, als der Pazifische Riesenkrake Athena sie schon bei ­einem ersten Date im New England Aquarium in Boston neugierig umarmt und ihr in die Augen schaut – der Beginn einer Liebesgeschichte.

Bei den weiteren Stationen bis hin zu Tauchplätzen in Französisch-Polynesien, bei Gesprächen mit Tierpflegern und Forschern lernt der Leser, dass die Psyche der intelligenten Tiere fast noch spannender ist: Die Oktopusse haben Persönlichkeit, pflegen Freundschaften und Feindschaften, stellen unglaubliche Dinge an, getrieben von ihrer Neugierde. Sie erscheinen erstaunlich menschlich, obwohl sich die evolutionären Wege von Mensch und Oktopus schon vor 500 Millionen Jahren getrennt haben. Das ist die kleine Schwäche in dem starken Buch: Es wird doch an mancher Stelle sehr anthropomorphisiert. Ob da jeder Meeresbiologe mitgehen kann? Sicher wird dieses Buch den Blick von manchem Leser auf die Tintenfische verändern. So meinte die Krimiautorin Donna Leon nach der Lektüre: „Ich esse keine Tintenfische mehr!“

Sy Montgomery
Rendezvous mit einem Oktopus

Extrem schlau und unglaublich
empfindsam: Das erstaunliche
Seelen­leben der Kraken
mareverlag, 336 S.,€ 28,–
ISBN 978-3–866–48265–4

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